Standort: Gossau (ZH)
Mitarbeitende: rund 50
Projektzeitraum: 2025-2026
Transaktionsart: Unternehmensverkauf (Share Deal) inkl. vorgängigem Verkauf der Betriebsliegenschaft an einen separaten Investor (Sale-Leaseback)
Käufer: Rentokil Initial plc (FTSE 100, Marktkapitalisierung ca. CHF 13 Mrd.)
Käufer Liegenschaft: separater Investor
Website: hydroplant.ch
Ausgangslage
Seit 1972 steht die Hydroplant AG für lebendige Raumgestaltung. Vom Hauptsitz in Gossau ZH und mehreren Servicestützpunkten aus hat sich das Unternehmen zum Schweizer Kompetenzzentrum für individuelle Begrünungslösungen entwickelt. Das Angebot reicht von vertikalen Gartenwänden über Fassadenbegrünungen bis zu preisgekrönten Pflanzgefässen. Rund 50 Mitarbeitende tragen das Unternehmen.
Moritz Küderli führte die Hydroplant AG während 18 Jahren als Inhaber. Eine interne Nachfolge zeichnete sich nicht ab. Als Rentokil Initial, ein international tätiger FTSE-100-Konzern, mit konkretem Interesse auf ihn zutrat, war der Zeitpunkt für die Unternehmensnachfolge gekommen.
Das Kernproblem: ein strukturelles Doppelproblem
Gegen Ende der Due Diligence stellte Rentokil eine zentrale Bedingung: Der Konzern hält grundsätzlich keine Liegenschaften und erwirbt ausschliesslich operative Geschäfte. Der Betriebsstandort in Gossau, ein über 4’000 m² grosses Areal und zentrale Basis für Beschaffung, Lagerung, Vorbereitung und Serviceeinsätze, war jedoch integraler Bestandteil des Unternehmens.
Damit war ein Verkauf nur unter einer Bedingung möglich: Unternehmen und Liegenschaft mussten getrennt, an unterschiedliche Käufer und mit identischem Closing-Termin veräussert werden. Erschwerend untersteht die Liegenschaft dem bäuerlichen Bodenrecht (BGBB). Öffentliche Ausschreibung, gesetzliche Wartefrist und behördliche Genehmigung waren zwingend.
Ohne eine tragfähige Lösung für diese Konstellation wäre die Transaktion nicht zustande gekommen.
Die Kombination aus dem parallelen Verkauf von Unternehmen und Liegenschaft war komplex, zumal wir SOLVER erst in einer fortgeschrittenen Phase beigezogen haben. Umso beeindruckender war, wie schnell ein klares Gesamtbild geschaffen und Struktur in den Prozess gebracht wurde.
Der Ansatz: integrierte Lösung statt isolierter Prozesse
SOLVER übernahm die Gesamtverantwortung für Strukturierung und Steuerung der Doppeltransaktion. Im Zentrum stand eine durchgängig konsistente Gesamtstruktur über beide Transaktionen hinweg.
Parallel zur gesetzlichen Ausschreibung identifizierte SOLVER mehrere geeignete Investoren, führte diese strukturiert durch den Prozess und sicherte innerhalb des engen Zeitfensters den passenden Käufer für die Liegenschaft.
Der Mietvertrag mit dem neuen Eigentümer wurde so ausgestaltet, dass die regulatorischen Anforderungen erfüllt sind und der Betriebsstandort langfristig gesichert bleibt. Für den Fall eines Scheiterns der Haupttransaktion wurde zusätzlich eine Rückkaufoption verhandelt und damit ein zentrales Risiko für den Verkäufer eliminiert.
Auf rechtlicher Seite koordinierte SOLVER die Zusammenarbeit zwischen den Anwälten auf Käufer- und Verkäuferseite. Für die BGBB-Materie wurde eine spezialisierte Partei beigezogen. Die steuerliche Strukturierung wurde vollständig intern abgebildet und direkt in die Gesamtstruktur integriert.
Parallel stellte SOLVER die Abschlussfähigkeit sicher: Ein vorgezogener Jahresabschluss inklusive Bewertungsthemen, Dividendenbeschluss und Revision wurde unter hoher Zeitdynamik fristgerecht umgesetzt.
In den Verhandlungen traf ein inhabergeführtes Schweizer KMU auf einen börsennotierten Konzern mit standardisierten Vertragswerken und mehrstufigen internen Entscheidungsprozessen. Auf Käuferseite waren mehrere Ansprechpartner involviert, jeweils mit eigenen Verantwortlichkeiten und Abstimmungslogiken.
SOLVER übernahm die zentrale Steuerung aller Beteiligten, bündelte sämtliche Informationsflüsse und stellte sicher, dass Entscheidungen über beide Transaktionen hinweg konsistent getroffen wurden. Der Unternehmer blieb in seiner Rolle als Entscheider. Die operative Abstimmung und Führung des Gesamtprozesses lag bei SOLVER.
SOLVER hat die Handlungsoptionen klar aufgezeigt und den Prozess in der entscheidenden Phase aktiv geführt und koordiniert. Dadurch konnte ich fundierte Entscheidungen treffen und hatte jederzeit die Sicherheit, dass die Situation unter Kontrolle ist.
Ergebnis
Per 31. März 2026 wurde die Hydroplant AG an Rentokil Initial übertragen. Parallel dazu wurde die Betriebsliegenschaft an einen separaten Investor verkauft.
Beide Transaktionen wurden wie geplant und ohne Verzögerung abgeschlossen.
Für den Verkäufer bedeutet das:
- ein klar strukturierter und planbarer Verkaufsprozess
- zentrale Steuerung aller Beteiligten aus einer Hand
- Entscheidungssicherheit in der kritischen Phase
Für die Mitarbeitenden bleiben sämtliche Arbeitsplätze erhalten. Der Käufer erhält eine etablierte Plattform für den Markteintritt in der Schweiz.
Einordnung
Unternehmensverkauf und Betriebsimmobilie sind in vielen Schweizer KMU eng miteinander verknüpft. Werden sie isoliert betrachtet, entstehen Blockaden. Werden sie integriert gelöst, wird eine Transaktion überhaupt erst möglich.
Der entscheidende Hebel liegt nicht in der einzelnen Verhandlung, sondern in der Fähigkeit, mehrere voneinander abhängige Themen gleichzeitig zu strukturieren und zu steuern.
Projektteam
- Thomas Kocher – Projektleitung, Verhandlungsführung
- Josef Lehner – Transaktionsmanagement, Liegenschaftsverkauf
- Ivo Romanutti – Transaktionsunterstützung, Liegenschaftsverkauf
Externe Partner
- Pascal Richard, Raphael Widmer, Jean Philippe Fahrni, Levy Corba (Pestalozzi Attorneys at Law) – Rechtliche Strukturierung und Vertragsverhandlung
- Christoph Berweger (Walter Jucker AG) – BGBB-Spezialist
- Anina Bigler (numberful Treuhand GmbH) – Abschlusserstellung und Revisionsbegleitung